Persönlichkeit

Wie unser Musikgeschmack entsteht

Die meisten von uns fahren auf eine bestimmte Musikrichtung oder Künstler ab. Wie kommt’s zu diesen Vorlieben?

Okay, Britney Spears fanden wir ja mal ziemlich cool. Und bestimmt hatten einige von uns ihr Zimmer mit Backstreet Boys-Postern tapeziert. Weil wir die Musik so toll fanden? Von wegen! Offenbar wählen wir unsere Lieblingsmusik auch nach anderen Kriterien aus…

Warum feiern wir also einen besonderen Sänger oder eine bestimmte Band? Darüber berichten Sozialpsychologen von der israelischen Bar-Ilan-Universität in Rabat Gan in einer Studie aus dem Fachblatt „Journal of Personalien and Social Psychology“. Fazit: Der Musikstil ist nicht das wichtigste Kriterium für unsere Vorlieben. Vielmehr hängt es von der Persönlichkeit der Interpreten ab, ob wir etwa Pop, Rock, Hip Hop oder Techno hören.

Die Forscher ermittelten dafür in drei Studien die Persönlichkeitsmerkmale von 80 0000 Teilnehmern und befragten sie zu ihrer Lieblingsmusik und den bevorzugten Interpreten. Die Ergebnisse glichen die Experten mit den Persönlichkeitsmerkmalen 50 bekannter Künstler ab. Allerdings hatten die Forscher dazu nicht selbst ein psychologisches Profil der Stars erstellt. Sie ermittelten stattdessen das Persönlichkeitsbild, das öffentlich wahrnehmbar ist. Daneben überprüften sie, wie die Versuchsteilnehmer auf die Musik und die Songtexte reagieren.

Die Ergebnisse zeigten: Wir fahren auf eine bestimmte Mucke ab, wenn der Künstler ein ähnliches Persönlichkeitsprofil wie wir selbst besitzen. Die Forscher nennen das den „self-congruity effect of music“. Selbstkongruenz meint dabei, dass unsere Persönlichkeitsmerkmale mit denen der Musiker übereinstimmen. Wenn wir einen bestimmten Song rauf und runter hören, liegt das demnach auch an sozialen und psychischen Faktoren.

Kein Wunder also, wenn wir heute nicht unbedingt mehr der größte Britney-Fan sind. Mit dem Girlie-Image der damals gefeierten Princess of Pop konnten oder wollten wir uns als Teenie wohl noch eher identifizieren.

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