Psychologie, Emotionen & mentale Gesundheit

Einbildung oder Ernst

Bin ich ein Hypochonder?

Hier erfährst du, wann du wirklich zum Arzt solltest.

Fast jeder von uns dürfte schon mal panisch nach einer Krankheit gegoogelt haben. Um sich anschließend das Schlimmste auszumalen. Ist es Krebs? Oder doch Aids? Hypochonder kennen solche Gedanken nur zu gut. Doch wo fängt Hypochondrie an – und wo hört die gesunde Sorge ums Wohlbefinden auf?

Was ist Hypochondrie?

Wehleidige Menschen stempeln wir oft mal als Hypochonder ab. Doch: Ein Jammerlappen muss nicht unbedingt von einer psychischen Störung betroffen sein. Hypochonder dagegen leiden unter extremer Angst, ernsthaft erkrankt zu sein. Auch wenn sich dafür kein objektiver Befund finden lässt, sind sie weiterhin überzeugt, dass mit ihrer Gesundheit etwas nicht stimmt. Gesunde Menschen vergessen ihre Sorgen um ihr Wohlbefinden nach dem Arztbesuch in der Regel schnell.

Experten unterscheiden zwei Gruppen der Hypochondrie: Die einen leiden an Symptomen, deren Ursachen medizinisch nicht erklärbar sind. Die anderen fürchten sich vor einer ganz bestimmten Erkrankung. Hypochonder suchen häufig den Arzt auf, fühlen sich nicht ernst genommen und glauben den Diagnosen nicht. Das führt nicht selten zum sogenannten „Doctor hopping“, bei dem die Betroffenen viele verschiedene Ärzte um Rat beten. Manche Hypochonder ziehen sich aber auch zurück und umgehen Arztbesuche komplett. 

Die Diagnose

Der ICD-10 (das weltweit anerkannte Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen) legt die Merkmale der Hypochondrie genau fest: Vorherrschend ist die ständige Beschäftigung damit, an (mindestens) einer schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden. Die Patienten stufen normale oder allgemeine Symptome als abnormal und gefährlich ein. Im Fokus stehen dabei meist ein oder zwei konkrete Organe oder Organsysteme. Nicht selten werden die Betroffenen depressiv.

Die Ursachen

Doch wie kommt’s dazu? Ein traumatischer Verlust oder übervorsichtige Eltern können eine Hypochondrie auslösen. Aber auch schlechte Erfahrungen mit Ärzten oder eine schlimme Krankheit in der Familie stehen als Auslöser im Verdacht. Die ersten Anzeichen für die Erkrankung gibt es oft schon in der Pubertät.

Wenn du vermutest, an Hypochondrie zu leiden, solltest du dringend einen Arzt aufsuchen und ihm davon erzählen.

Jegliche Angaben auf MOODYMAG dienen lediglich der medizinischen Information und ersetzen in keinem Fall den Arztbesuch oder die professionelle Diagnose und Behandlung durch einen approbierten Mediziner. Ebenso sollten die auf MOODYMAG veröffentlichen Inhalte nicht zur eigenständigen Erstellung von Diagnosen oder zur Selbstmedikation verwendet werden.

Quelle:

https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/

#Aufregend

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